Dorothea Lüer

DIfHO geprüfte Huforthopädin

Huforthopädie

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Fallbeispiel 1: [zurück]

Rehepferde
Katja Württemberger Warmblut
September 2007 bei Eisenabnahme, Zwischenstand April 2008 und Dezember 2008.
Vor huforthopädischer Behandlung
(September 2007):



Zwischenstand nach 7 Monaten
(April 2008):


Zwischenstand nach 15 Monaten
(Dezember 2008):



Eisenabnahme September 2007:
Fast ein typischer Rehe-Huf, die Lamellenschicht zwischen Hufbein und Zehenwand hat ihre Funktion aufgegeben und die Wand losgelassen. Durch den Bodengegendruck hebelt die Wand ungehindert nach vorne und wird auch durch die Eisen nicht gehalten. Bei Eisenabnahme ist die sog. „Weiße Linie“ auf 2 cm Breite aufgedehnt. Katja kann diesen Huf nicht belasten.
Die Hufbehandlung der letzten Monate zielte darauf ab, diesen enormen Hebel der Zehenwand zu minimieren, möglichst ohne den Bodenkontakt an der Zehe komplett aufzugeben (wird konventionell durch abflexen/abraspeln der gesamten Zehenwand praktiziert). Da nämlich die hornproduzierenden Lederhäute durch Reize (Bodengegendruck) wachsen, muss man streng darauf achten, dass die gesamte Hufwand möglichst ausgewogen belastet wird, um den ohnehin völlig aus der Balance gebrachten Hornschuh in eine physiologische Form zurückführen zu können. Beim Zwischenstand vom April 08 ist schon eine deutliche Verbesserung zu sehen, Katja läuft mittlerweile wieder von ihren Hufen völlig unbeeinträchtigt.

Zwischenstand April 2008:
Momentan trägt die Zehe nicht, durch Hornwandausbrüche an dem stark in Falten geworfenen Horn: die Sohle im Zehenbereich muss mittragen, die Wandlederhaut im Zehenbereich bekommt keine Wachstumsimpulse, deshalb wächst das Wandhorn an den Trachten stärker, der Hornschuh schiebt sich dort nach oben. An der starken horizontalen Rille in der Wandmitte kann man sehen, wieviel Horn seit Beginn der huforthopädischen Behandlung nachgewachsen ist. Jetzt kann man bald wöchentlich Fortschritte sehen: immer mehr günstig zum Boden stehende Wandanteile erhalten Bodenkontakt, das ungünstig hebelnde Horn wächst nach vorne heraus.
In einem halben Jahr folgen weitere Fotos.

Stand Dezember 2008:
Kaum einer hätte es für möglich gehalten: Katja wird seit ein paar Monaten wieder ein bisschen (im Schritt!) ins Gelände geritten! Natürlich muss die Besitzerin Rücksicht auf ihre Arthrosen im Karpalgelenk nehmen, da aber Katja im Sommer auf der Weide die Herde ganz schön auf Trab gehalten hatte – von Behinderung keine Spur! – wollte sie’s wagen, und siehe da: Katja hat Spaß am Laufen und jeder wundert sich, wie flott sie im Gelände unterwegs ist. Die Hufe jedenfalls sind ihr jetzt nicht mehr im Weg.
Durch die Arthrosen hat Katja natürlich einen eingeschränkten Bewegungsablauf, und entsprechend läuft sie sich ihre Hufe ab. Hier kann man auch wieder sehr gut sehen, dass bei der huforthopädischen Betreuung solche Behinderungen nicht ignoriert werden, sich aber auch hier mit der Zeit recht symmetrische Hufe entwickeln.
Der Hufbeinträger ist im Dezember 08 noch ca. 0,5 cm aufgedehnt, entsprechend ist die Huf-Fesselachse noch etwas gebrochen, es ist aber sichtbar, wie der Huf von oben wieder ein Stück steiler herunterwächst.



Katja im Portrait Karpalgelenke