Eisenabnahme September 2007:
Fast ein typischer Rehe-Huf, die Lamellenschicht zwischen Hufbein
und Zehenwand hat ihre Funktion aufgegeben und die Wand losgelassen.
Durch den Bodengegendruck hebelt die Wand ungehindert nach vorne
und wird auch durch die Eisen nicht gehalten. Bei Eisenabnahme ist
die sog. „Weiße Linie“ auf 2 cm Breite aufgedehnt. Katja kann
diesen Huf nicht belasten.
Die Hufbehandlung der letzten Monate zielte darauf ab, diesen enormen
Hebel der Zehenwand zu minimieren, möglichst ohne den Bodenkontakt
an der Zehe komplett aufzugeben (wird konventionell durch abflexen/abraspeln
der gesamten Zehenwand praktiziert). Da nämlich die hornproduzierenden
Lederhäute durch Reize (Bodengegendruck) wachsen, muss man
streng darauf achten, dass die gesamte Hufwand möglichst ausgewogen
belastet wird, um den ohnehin völlig aus der Balance gebrachten
Hornschuh in eine physiologische Form zurückführen zu
können. Beim Zwischenstand vom April 08 ist schon eine deutliche
Verbesserung zu sehen, Katja läuft mittlerweile wieder von
ihren Hufen völlig unbeeinträchtigt.
Zwischenstand April 2008:
Momentan trägt die Zehe nicht, durch Hornwandausbrüche
an dem stark in Falten geworfenen Horn: die Sohle im Zehenbereich
muss mittragen, die Wandlederhaut im Zehenbereich bekommt keine
Wachstumsimpulse, deshalb wächst das Wandhorn an den Trachten
stärker, der Hornschuh schiebt sich dort nach oben. An der
starken horizontalen Rille in der Wandmitte kann man sehen, wieviel
Horn seit Beginn der huforthopädischen Behandlung nachgewachsen
ist. Jetzt kann man bald wöchentlich Fortschritte sehen: immer
mehr günstig zum Boden stehende Wandanteile erhalten Bodenkontakt,
das ungünstig hebelnde Horn wächst nach vorne heraus.
In einem halben Jahr folgen weitere Fotos.
Stand Dezember 2008:
Kaum einer hätte es für möglich gehalten: Katja wird
seit ein paar Monaten wieder ein bisschen (im Schritt!) ins Gelände
geritten! Natürlich muss die Besitzerin Rücksicht auf
ihre Arthrosen im Karpalgelenk nehmen, da aber Katja im Sommer auf
der Weide die Herde ganz schön auf Trab gehalten hatte – von
Behinderung keine Spur! – wollte sie’s wagen, und siehe da: Katja
hat Spaß am Laufen und jeder wundert sich, wie flott sie im
Gelände unterwegs ist. Die Hufe jedenfalls sind ihr jetzt nicht
mehr im Weg.
Durch die Arthrosen hat Katja natürlich einen eingeschränkten
Bewegungsablauf, und entsprechend läuft sie sich ihre Hufe
ab. Hier kann man auch wieder sehr gut sehen, dass bei der huforthopädischen
Betreuung solche Behinderungen nicht ignoriert werden, sich aber
auch hier mit der Zeit recht symmetrische Hufe entwickeln.
Der Hufbeinträger ist im Dezember 08 noch ca. 0,5 cm aufgedehnt,
entsprechend ist die Huf-Fesselachse noch etwas gebrochen, es ist
aber sichtbar, wie der Huf von oben wieder ein Stück steiler
herunterwächst.
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